Abgrenzung

Weshalb «Gefangene helfen Jugendlichen»

nicht mit «scared straight» verglichen werden kann

 

 

«scared straight»

Im Zuge unserer intensiven Recherche über Gefangene helfen Jugendlichen, stiessen wir auf das amerikanische Programm «scared straight», welches in Amerika um 1978 ins Leben gerufen wurde und das durch einen Dokumentarfilm über die Landesgrenze hinaus bekannt wurde. 

 

«scared straight» will Jugendliche durch Abschreckung von einem Leben hinter Gittern bewahren.

Die Ausführung der Programme erinnern stark an Bootcamps. Um eine möglichst grosse Verängstigung und Abschreckung zu erreichen wird mit Anschreien bis hin zu Erniedrigungen der jugendlichen Gefängnisbesucher gearbeitet. 2002 legte der amerikanische Justiz- und Bildungsexperte Dr. Anthony Petrosino eine umfassende Langzeitstudie über die Programme von «scared straight» vor. Aus dieser ging hervor, dass das Programm

nur einen sehr kleinen Teil der Jugendlichen abhält, Straftaten zu begehen und vereinzelt sogar kontraproduktiv wirkt. Obwohl amerikanische Behörden «scared straight» nicht mehr unterstützen, wird es weitergeführt und 2011

wurde im TV eine «scared straight» basierende Serie ausgestrahlt, die verbreitet Kritik auslöste.

 

«Gefangene helfen Jugendlichen»

An dieser Stelle unserer Recherche hätten wir das Interesse am Verfolgen dieses Themas verloren.

Aus Überzeugung und eigener Erfahrung wissen wir, dass Schock und Abschreckung keine geeigneten Mittel sind,

um Jugendlichen zu helfen. Und genau darum geht es. Der Name sagt es: «Gefangene helfen Jugendlichen»,

kurz GhJ, hilft Jugendlichen, ihr eigenes Verhalten und die daraus resultierenden Konsequenzen zu hinterfragen.

Dabei geht es um das Vermitteln von Informationen und um das Sensibilisieren über die weitreichenden Folgen

durch straffälliges Verhalten. Nicht nur für den Jugendlichen selber, aber auch für die Opfer, die Familie und Freunde. Und es geht auch darum, dem durch Medien und Youtube glorifizierten Bild eines Gefängnisses, entgegenzuwirken.

 

In den Programmen von GhJ wird nicht geschrien und niemand wird erniedrigt. Kurse wie auch die Gespräche

mit den Gefangenen werden in einer freundlichen Atmosphäre und mit grossem Respekt abgehalten.

Aggressives oder provokatives Verhalten wird nicht geduldet.

Die Programme von GhJ, haben den grossen Vorteil, Jugendliche da zu erreichen, wo Eltern, Lehrer und

Sozialtherapeuten keinen Zugang mehr haben. Durch die Glaubwürdigkeit unserer Projektleiter (ehemalige Strafgefangene) und aktuell Inhaftierte, sind die Jugendlichen interessiert und bereit hinzuhören.

Dies erreicht die Arbeit von GhJ.

 

GhJ ist ein eigenständiges Programm, das am effizientesten funktioniert, wenn es im Rahmen der sozialpädagogischen Konzepte der Schulen und Jugendinstitutionen durchgeführt wird. Damit ist die Arbeit von GhJ ein wertvoller Mosaikstein im gesamten Packet zur Verminderung von Jugendkriminalität. GhJ arbeitet deshalb eng mit Sozialarbeiter*innen, Justiz und Polizei zusammen. Nur gemeinsam vermögen wir das Bestmögliche zu erreichen.

 

Die langjährige Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen von GhJ in Deutschland, die breite Basis von Unterstützer und nicht zuletzt die zahlreichen Preise von namhaften Stiftungen und Institutionen, würdigen die Arbeit von GhJ seit 20 Jahren.

 

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