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ANGEBOTE UND ABLAUF

Auf Augenhöhe

Vier Präventions- und Aufklärungsprojekte gegen Jugendkriminalität

Die Projektleiter von «Gefangene helfen Jugendlichen» waren selber straffällig und kennen Gefängnisse und den Gefängnisalltag. Sehr oft ähneln die Biografien der Projektleiter denen der heute auffälligen Jugendlichen. Durch die persönlichen Geschichte und Erfahrungen der Projektleiters und die damit verbundene Glaubwürdigkeit sind die Jugendlichen interessiert und bereit hinzuhören. Dies erreicht die Arbeit von GhJ.

Dabei geht es um das Vermitteln von Informationen und um das Sensibilisieren über die weitreichenden Folgen durch straffälliges Verhalten. Nicht nur für den Jugendlichen selber, aber auch für die Opfer, die Familie und Freunde. Und es geht auch darum, dem durch Rapmusik und Medien, wie Tik Tok und Youtube glorifizierten Bild eines Gefängnisses entgegenzuwirken.

Die Projekte von GhJ sind für die Schweiz neu. Sie sind ein wertvoller Mosaikstein in der Prävention und Aufklärung zur Verminderung von Jugendkriminalität.

1. Aufklärungsunterrichte für Jugendliche

Zielpublikum: Oberstufenschule, Jugendheime

Alter: 12 bis 22 Jahre

Dauer: 4 Lektionen

Ort: ganze Deutschschweiz an Ort

Kosten: CHF 1‘150.00

Teilnehmeranzahl: max. 25 bis 30

Themen

• Raub

• Gewalt

• Drogen

• Schulden

• Falsche Freunde

• Schuldgefühle

• Fussball Fan – Gewalt

• Hilfe annehmen lernen

• Delikte in der Jugend: Verantwortung selber tragen

Inhalt

Den Jugendlichen wird gezeigt, dass deviantes und delinquentes Verhalten schwere Konsequenzen haben kann, nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Opfer. Die Teilnehmer*innen werden über Klischees und Stereotypen aufgeklärt und bekommen den Raum, Fragen zu stellen. Ziel ist es, ein kritisches Bewusstsein für das eigene Verhalten zu schaffen und die Jugendlichen so vor einem Abrutschen in die Sucht oder Kriminalität zu bewahren.

In der Arbeit mit Schulklassen werden sowohl bereits auffällige Jugendliche wie auch unauffällige Jugendliche angesprochen. Damit erhöht sich der Kreis derer, die als Multiplikatoren im eigenen Freundeskreis auftreten können, um ein Vielfaches,

wodurch bei einigen rechtzeitig ein Umdenkprozess eingeleitet wird.

Ablauf

Teil 1: Der Projektleiter erzählt über seine Kindheit, seine Jugendzeit und Schulzeit. Wie es dazu kam, dass er in Time-outs kam, zu Pflegefamilien und in diversen

Jugendheimen in der ganzen Schweiz platziert wurde. Er erzählt über Schmerz, Verletzungen in der Familie. Über Wut und Hilflosigkeit. Aber auch über die ersten

Delikte. Die Jugendlichen werden aufgefordert, jederzeit Fragen zu stellen. Der Projektleiter stellt seinerseits Fragen direkt an die Jugendlichen, wie: Wer kennt das,

was denkst Du macht man in einer solchen Situation, was würdest Du machen? Etc.

Der erste Teil (ca. 50 Min.) endet mit der persönlichen Geschichte und dem Neuanfang nach dem Gefängnis bei «Gefangene helfen Jugendlichen».

Teil 2: Hier werden die Jugendlichen auf einen virtuellen Gefängnisrundgang mitgenommen. Der Projektleiter erzählt von Jugendgefängnis, U-Haft, Hochsicherheitsgefängnissen, die er alle persönlich erlebt hat. Er klärt auf über Bedingungen im Gefängnis, über Haftstrafen, über Zelleneinschluss und

Isolationshaft, über Besuche und Insassen und erzählt auch hier von seinen persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Gefängnissen von Horgen bis zur JVA

Pöschwies. Jugendliche können auch hier jederzeit Fragen stellen.

Teil 3: Dieser Teil wird jeweils an die jugendliche Klientel angepasst. Im dritten Teil geht es um die Konsequenzen von kriminellem Verhalten auf den verschiedenen

Ebenen: rechtlich, persönlich, gesellschaftlich und gesundheitlich. Es geht um persönliche Schuldfragen. Es geht hier auch um Hilfe holen und annehmen können.

Es geht um das Aufbrechen von Stereotypen von sogenannter Stärke und Macht. Wann ist man stark? Wie erreicht man auch sonst noch Gefühle von wichtig sein, sich wichtig fühlen, anerkannt zu werden.

Teil 4: Im Abschluss stehen Fragen und Diskussionen im Vordergrund.

2. Präventionsunterrichte mit Gefängnisbesuch

Zielpublikum: Jugendheime, Massnahmenvollzug

Alter: 14 bis 22 Jahre

Dauer: 2 Halbtage

• 1. Halbtag: vier Lektionen

• 2. Halbtag: Besuch Gefängnis

Ort: ganze Deutschschweiz. Gefängnisbesuch in der JVA Lenzburg oder Gefängnis Zug

Kosten: CHF 1‘600.00

Teilnehmeranzahl: max. 8 Jugendliche

Der Präventionsunterricht mit einem Gefängnisbesuch ist für Jugendliche, die gefährdet sind und/oder schon mit der Jugendanwaltschaft in Kontakt waren.

Der erste Halbtag beinhaltet die vier Lektionen Aufklärungsunterricht. Am zweiten Halbtag besuchen wir ein Gefängnis. Projektleiter Ilias Schori führt die Jugendlichen gemeinsam mit dem Gefängnispersonal durch das Gefängnis. Die Jugendlichen können sich auf freiwilliger Basis einige Minuten in eine Zelle einschliessen lassen. Sie werden aufgefordert vor allem auch Ohren und Nasen zu öffnen und sich vorzustellen wie es ist, mehrere Monate oder sogar

Jahre in diesem engen Raum zu leben.

3. Aufklärung gegen Kriminalität für Jugendliche in der Offenen Jugendarbeit

Zielpublikum: Jugendtreffs

Alter: 12 bis 22 Jahre

Dauer: 2 -3 Stunden

Ort: ganze Deutschschweiz

Kosten: CHF 650.00

Teilnehmeranzahl: max. 30 Jugendliche

Die Aufklärungsstunden für die Jugendlichen in Jugendtreffs sind niederschwellig. Jugendliche nehmen freiwillig teil. Der erste Teil beinhaltet die Biografie des Projektleiters. Der zweite Teil fokussiert entweder auf das Gefängnis oder Drogen und Gewalt. Die

Aufklärung wird auf die jeweiligen Bedürfnisse der Jugendarbeit ausgerichtet.

4. Informationsunterrichte für Fachpersonen «Systemsprenger»

In diesen Aufklärungsstunden geht es darum, dass die Menschen, die sich tagtäglich um die Jugendlichen kümmern, authentische Einblicke in die Bereiche von Gewalt, Drogen und Gefängnisse erhalten. Aber auch einen reflektierten Ein – und Rückblick in das Leben eines Kindes aus schwierigen Verhältnissen. Der Schwerpunkt liegt in diesen Stunden auf Fragen und Antworten. Die Auseinandersetzung mit einem ehemaligen Betroffenen erweitert das

Verständnis mit dem Umgang von sogenannten «Systemsprengern». Hierzu gibt es die Möglichkeit einer Führung durch das Gefängnis Zug mit GhJ-Projektleiter

und dem Gefängnisdirektor.

Zielpublikum: Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, Jugendarbeiter*innen, Eltern

Dauer: Min. zwei Stunden, normalerweise einen Halbtag

Ort: ganze Deutschschweiz an Ort

Kosten: ab CHF 650.00

Teilnehmeranzahl: max. 20

Optional mit Gefängnisbesuch in Zug

5. Krisenintervention – Wenn nichts mehr geht –

Da, wo Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter*innen nicht mehr an die Jugendlichen «rankommen», vermag es die persönliche Konfrontation mit Ex-Gefangenen und ihren Biografien einen Zugang «auf Augenhöhe» zu schaffen. Sobald die Projektleiter von GhJ (Ex-Gefangene) aus ihren eigenen Biografien erzählen, hören die jungen Menschen zu. Dieses Zuhören ist der erste Schritt, um sich überhaupt «Gehör verschaffen» zu können und

diese Aufmerksamkeit und Akzeptanz sind Grundlagen, um mögliche Veränderungen zu

erwirken.

Zielpublikum: Jugendliche von JUGA und KESB

Alter: 13 bis 25 Jahre

Dauer: nach Absprache

Ort: ganze Deutschschweiz.

Kosten: nach Absprache

Subventionierung der Unterrichte 

Mit den Einnahmen der Unterrichte können wir die Kosten, unserer Arbeit, insbesondere den Aufwand für die erfolgreiche Wiedereingliederung der Projektmitarbeiter (Ex-Gefangene) in die Gesellschaft nicht vollständig decken. Deshalb sind wir auch auf Spenden angewiesen. 

Schulen, Jugendheime und die offene Jugendarbeit, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, können bei uns einen Antrag auf Reduktion der Unterrichtskosten stellen. Ein grosses Dankeschön an die Stiftungen und Gönner, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dazu beitragen, dass diese Reduktionen möglich sind. 

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Die Projektleiter von «Gefangene helfen Jugendlichen»  vermögen vertiefende Gespräche  mit Jugendlichen zu führen. Denken und Handeln müssen die Jugendlichen selber. 

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